Legal Wildzelten in Deutschland geht nicht? Geht doch! Und zwar auf einem der zahlreichen Trekkingplätze. Ich habe für eine Nacht einen solchen Platz in der Eifel gebucht – genauer im Naturpark Hohes Venn – Eifel.

Das Buchen hat sich etwas schwierig gestaltet, eigentlich wollte ich ein langes Feiertagswochenende im Juni machen, aber nachdem die Seite von https://www.trekking-eifel.de/de/ nach der Corona „Pause“ die Buchung wieder frei gegeben hat, war fast alles ratzfatz ausgebucht und ich konnte nur eine Nacht im Juli ergattern.

Leider braucht man ja für 2 Tage fast genau so viel Gepäck wie für eine Woche

Das habe ich im Rucksack

Kurzfristig konnte ich eine Freundin zu meinem kleinen Abenteuer gewinnen. Die Anreise beginnt mit viel Stau und die 150 km nach Marmagen dauern 2,5 h Stunden. Endlich angekommen, finden wir den Parkplatz in dem kleinen Ort nicht. Wir stellen das Auto also in einem Wohngebiet ab. Schuhe tauschen und los geht’s. Von hier sind es etwa 6 km zu dem Platz. Die Route habe ich übrigens im Internet selbst erstellt.

Auf geht’s

In Marmagen starten wir auf den Quellenpfad und halten nach kurzer Zeit an einer Wetterschutzhütte. Wir besichtigen Sie und stellen erfreut fest, dass es einen Erdkühlschrank mit Getränken gibt. Es gibt Wasser, Bier und Radler. Wir nehmen uns zwei Radler und bezahlen jeweils einen Euro per PayPal an die angegebene Email Adresse (es wäre auch bar möglich gewesen), setzen uns auf die Bank in der Sonne und trinken gemütlich das (noch nicht ganz) verdiente Radler.

Wir gehen durch Wald und Wiesen und genießen die Ruhe der Natur

Nach einiger Zeit kommen wir an eine Kreuzung. Wir verlassen den Quellenpfad und biegen auf den Eifelsteig ab. Hier führt uns ein kleiner Pfad durch die Abendsonne (mit bedrohlich aussehenden Wolken im Hintergrund). Nach einiger Zeit erreichen wir den Punkt, an dem wir zu dem Trekkingplatz abbiegen sollen. Natürlich habe ich genau hier keinen Empfang und die Wegbeschreibung vorher nicht heruntergeladen. Wir suchen ein bisschen und dann habe ich doch ausreichend Empfang, um den Platz zu finden.

Es gibt eine Holzplattform mit Platz für 2 Zelte und eine sitzbank mit kleinem Tisch. Nach einiger Zeit finden wir dann auch das Toilettenhäuschen mit Komposttoilette. Diese ist übrigens nichts für lange Beine, ich kann die Tür nicht komplett schließen weil meine Knie im Weg sind

Der Aufbau des Zeltes ist etwas knifflig, wir spannen es teilweise im Boden um die Plattform, teilweise (mit Karabinerhaken) an den dafür vorgesehen Metallösen und an den Bohlen der Plattform selbst ab. Schließlich ist der Platz ausgebucht und es muss genug Platz für ein zweites Zelt bleiben. Wann auch immer das kommt, es ist schon 19.30

Wir machen uns Abendessen und natürlich fängt es genau dann an zu regnen. Es gibt ein Linsen-Dal (Rezept findest du Hier ).

Unsere Zeltnachbarn tauchen nicht auf, wir haben den Platz also für uns alleine. Wir bereiten alles für die Nacht vor, wollen noch einen Tee trinken und dann ins Zelt krabbeln. Während das Wasser erhitzt, merke ich, dass irgendwas mit dem Kocher nicht stimmt. Unüberlegt fasse ich irgendwas an und verbrennen mir ordentlich die Finger. Ja es stimmt was nicht. Das Gas ist leer. Sowas dummes, ich habe vorher auch nicht kontrolliert, ob noch genug drin ist. Für den Tee am Abend ist das Wasser heiß genug, aber ein warmer Tee am Morgen und warmes Frühstück hat sich dann wohl erle⁷digt. Ich ärgere mich über mich selbst. Eigentlich sollte es zum frühstück apfelporridge geben. Stattdessen weiche ich die Mischung jetzt über Nacht im Wasser auf.

Wir kuscheln uns ein, quatschen noch etwas und machen dann die Augen zu. Der Platz ist in der Nähe einer Bahnstrecke und ab und zu rauscht ein Zug vorbei. Ich bin froh, dass ich Ohrenstöpsel eingepackt habe (und sie im Dunkeln finde)

Sonderlich viel habe ich nicht geschlafen, mir war aber weder kalt, noch habe ich unbequem geschlafen. Es ist kühl (8°) und ich trauere dem nicht vorhanden heißem Tee hinterher. Wir ziehen uns warm an und frühstücken. Das eingeweichte Frühstück (overnight oats) ist wirklich lecker.

Wir packen unsere Sachen zusammen. Unser Wasser haben wir fast komplett aufgebraucht, aber wir hatten den Rewe im nächsten Ort dafür sowieso eingeplant. Unterwegs sehen wir ganz viele schwarze Käfer. Weißt du, was das für welche sind?

Schwarze Käfer auf dem Weg

Wir gehen erst ein Stück zurück und bleiben dann auf dem Eifelsteig, der auch ein Jakobsweg ist. An der Kreuzung zum Ort beschließen wir, den Umweg zum Supermarkt doch nicht zu machen und folgen dem Eifelsteig Richtung Nettersheim. Kurze Zeit später stoßen wir auf einen Wander-Kiosk!

Schön zu sehen, dass solche Dinge auf Vertrauensbasis funktionieren. Wir kaufen zwei Fruchtschorlen und etwas Obst und gehen gut gelaunt weiter.

Der Weg ist jetzt gut ausgebaut (Schotter) und wir kommen schnell voran.

Der Eifelsteig

Langsam verlässt der Weg den Wald und führt uns Richtung Felder und Wiesen. Es folgt ein langes Stück Asphalt nach Nettersheim. Im Ort angekommen, suchen wir uns eine Gaststätte um Pause zu machen und etwas zu essen. Es gibt Ofenkartoffel mit Salat und Apfelschorle. Wir machen uns noch etwas frisch und ich fülle meine Wasserflasche auf, dann geht es weiter Richtung Marmagen.

Es geht bergauf und es ist warm.

Wir kommen am archäologischen Landschaftspark vorbei und begutachten Marcomagus, eine alte Römersiedlung. Bzw das, was davon noch übrig ist.

Marcomagus

Wir gehen noch etwas an den Feldern entlang bevor es endlich vom Asphalt runter, rein in den Wald geht.

Ein letzter Ausblick auf die Felder

Der weg führt uns über altes Kopfsteinpflaster bergab in den Eald hinein. Ob das wohl ein Teil einer alten Römerstraße ist? Dann geht es in langen S-Kurven wieder hinauf. Natürlich. Auf einem Holzstapel machen wir eine letzte Pause, bevor wir den Ortsrand von Marmagen erreichen. Wir durchqueren den Ort (und finden auch den Parkplatz auf dem wir parken wollten) und gehen zurück zum Auto. Etwas erschöpft geht es dann auf den Heimweg.

Fazit: Der Trekkingplatz war wirklich schön, sauber und gepflegt und vom Weg aus nicht zu sehen. 10€ für eine Nacht pro Zelt finde ich durchaus in Ordnung. Die Route habe ich online zusammengestellt. Es war eine schöne Auszeit vom Alltag und ich werde hoffentlich beim nächsten Mal mehrere zusammenhängende Nächte hier verbringen.

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Ich war kurz davor in die Lavapools zu hüpfen, aber irgendwie auch nur fast 😅
Und dann geht es auch schon wieder bergab. Es geht runter von der Straße auf einen kleinen Trampelpfad, den vermutlich schon sehr lange niemand mehr benutzt hat. Und auf einmal fängt es an zu schütten. Innerhalb von Sekunden bin ich nass bis auf die Haut. Ich hocke mich unter einen einsamen, niedrigen Baum, der etwas in den Weg ragt. Der Regen wird nicht weniger und wirklich viel Schutz bietet der Baum auch nicht. Zähneknirschend gehe ich weiter, der Weg wird immer schmaler und die Abhänge steiler. Hier und da muss ich etwas kraxeln. Ein bisschen mulmig ist mir mit meinen nassen, matschigen Schuhen dabei schon. Und auf einmal sehe ich die Felsen von Janela. Da hätte ich mir den Stopp auch sparen können. Anstatt weiter zum Strand abzusteigen, beschließe ich, die Route etwas abzukürzen. Und lande auf einer kleinen Nebenstraße, die wegen Steinschlaggefahr für Autos (?) gesperrt ist. Und hier liegen ordentlich Steine herum. Aufmerksam gehe ich weit am Rand entlang. Hoffentlich kracht nicht ausgerechnet jetzt etwas herunter. Nach fast 10 Kilometern mit gut 500 Höhenmetern komme ich erschöpft wieder in Porto Moniz an. Und ich kann erahnen, dass das hier ein ganz schönes Weihnachts-Wonderland ist, wenn es dunkel ist.
Ich finde zum Glück einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe meiner Unterkunft, besorge schnell etwas zum Kochen für den Abend in einem kleinen Supermarkt und bin immer noch unschlüssig. Das Wetter scheint sich etwas stabilisiert zu haben, Badewetter ist natürlich nicht. Ach was soll’s, ich bin zum Wandern hier, denke ich. Im Auto schlüpfe ich in meine Wandersachen, suche schnell eine Route aus und marschiere los. Immer bergauf. Schnell bin ich außer Atem. Wer baut solche Straßen? Und wer fährt diese Straßen mit dem Auto hoch? Aber ich werde schnell mit wunderbaren Aussichten auf Porto Moniz und das Meer belohnt. Ich komme durch einen kleinen Ort, in dem mich von einem Garagendach ein Hund so böse anbellt, dass ich Angst habe, er könnte herunterspringen und mich anfallen. Ich versuche ihn nicht zu beachten und gehe zügig weiter. Die Wege sind nicht immer ganz leicht zu finden und manchmal wundere ich mich etwas über die Streckenführung.
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Weiter geht es nach Seixal. Die charmante Stadt bot mir während meines kurzen Zwischenstopps eine eindrucksvolle Kulisse. Obwohl die berühmten Lavapools aufgrund der stürmischen See an diesem Tag nicht begehbar waren (und mir wäre es vermutlich sowieso viel zu kalt gewesen), konnte ich dennoch die raue Schönheit und die kraftvolle Energie des Atlantiks erleben. Schon bei meiner Ankunft spürte ich den wilden Charme von Seixal. Die hohen Wellen, die gegen die schwarzen Lavaklippen prallten, erzeugten eine dramatische und zugleich faszinierende Atmosphäre. Auch wenn das Schwimmen in den natürlichen Pools nicht möglich war, genoss ich den Anblick des tosenden Meeres, das die Küste in ein wildes Schauspiel verwandelte. Die Stadt selbst strahlt eine gemütliche und einladende Atmosphäre aus. Die kleinen Gassen und die traditionellen Häuser mit ihren roten Dächern spiegeln den authentischen Charakter Madeiras wider. Bei einem Spaziergang durch den Ort entdeckte ich charmante Cafés und Restaurants, in denen man es sich sicher sehr gut gehen lassen kann. Und eine Straße mit 33 % Steigung! Besonders beeindruckend war der Blick vom Ufer aus auf die steilen, grün bewachsenen Klippen, die sich majestätisch über dem Atlantik erhoben. Seixal ist auch einer der wenigen Orte auf Madeira, die einen Strand haben.
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