Wir sind früh wach und sitzen gegen halb neun bereits im Auto. Es geht immer an der Küste entlang Richtung Maskat, die Hauptstadt Omans. Unterwegs wollen wir noch einiges ansteuern und wir erreichen das Wadi Tiwi bereits nach 45 Minuten.

Das Wadi zeichnet sich durch seine üppige Vegetation, tiefen Felsenschluchten und kristallklaren Wasserbecken aus. Es ist von einer atemberaubenden Landschaft aus Bergen und Palmenoasen umgeben. Die beeindruckenden Berge schützen das Wadi vor den intensiven Sonnenstrahlen und schaffen eine Oase der Frische und Schönheit inmitten der trockenen Wüstenlandschaft.

Das Wasser im Wadi Tiwi ist bekannt für seine leuchtend grüne Farbe. Wir parken das Auto irgendwo am Straßenrand und gehen zu Fuß durch das Tal, immer Richtung Berge. Hier wachsen Bananenstauden und Mangobäume. Irgendwo gibt es auch einen Wasserfall und die Wasserbecken sind groß genug zum Schwimmen, allerdings habe ich dafür schon das Wadi Shab eingeplant und so gehen wir nicht ganz so weit. Zu Fuß wäre das auch eine ganz schön ordentliche Wanderung und unserem Auto trauen wir die Fahrt dorthin nicht so wirklich zu.

Weiter geht es also zum Wadi Shab, welches quasi um die Ecke ist. Das Wadi Shab ist besonders bekannt für seine atemberaubende Landschaft, tiefen Schluchten, smaragdgrünen Wasserbecken und versteckten Höhlen. Am Parkplatz werden wir direkt von ein paar Ziegen begrüßt, die mir am liebsten auf den Schoß geklettert wären. Sanft schiebe ich sie weg und steige aus. Ganz schön warm geworden. Der Zugang zu den abgelegenen Pools erfolgt zunächst durch eine malerische Bootsfahrt durch das Schilf auf die andere Uferseite. Von hier geht es zu Fuß durch eine Schlucht mit beeindruckenden Felsformationen. Uns Kommt ein vollgepackter Esel entgegen. Sein Besitzer trottet mit großem Abstand hinterher. Wir machen ein paar mal Pause im Schatten, die Sonne brennt erbarmungslos von oben auf uns herab. Zum Glück habe ich meinen Hut auf. Wir passieren üppige Palmenoasen und bewundern das blaue Wasser unter uns. Nach 3,5 Kilometern erreichen wir das Ende des Weges: Ab hier ist das blau-grüne Wasser zugänglich. Ich schlüpfe aus meinen Sachen und da hier nur ein paar nicht muslimische Touristen sind, verzichte ich auf das Schwimmshirt. Das Wasser ist angenehm warm. Ich will aber nicht nur ein bisschen planschen, sondern etwas entdecken: Die Höhle namens „Cave of Dots“ oder „Höhle der Punkte“. Sie kann man nur schwimmend erreichen. Immer weiter gehe oder schwimme ich in das Wadi hinein. Das letzte Stück ist so tief, dass ich den Boden nicht mehr sehen kann. Ich schwimme um die Kurve und sehe: nichts. Wo ist diese doofe Höhle? Ich schaue mich um, sehe aber nichts außer Felsen und Wasser. Ich schwimme zu einem schmalen Felsspalt, schaue hinein, sehe aber auch nichts. Etwas enttäuscht mache ich mich auf den Rückweg, als ich Stimmen höre. Wo kommen die denn her? Ich schwimme zurück zu dem Felsspalt. Definitiv von dort! Skeptisch begutachte ich den schmalen Gang, der gerade so breit ist wie meine Schultern. Uff, ganz schön beklemmend. Jetzt bitte keine Panikattacke. Langsam schiebe ich mich nach vorne, stoße mit den Fuß gegen den Fels. Hoffentlich keine Kratzer, das wäre jetzt doof. Und dann öffnet ich der schmale Gang endlich und ich befinde mich mitten in einer Höhle. Mit Wasserfall. Ich bin sprachlos. Das Sonnenlicht fällt durch kleine Öffnungen in der Decke und erzeugt dabei faszinierende Lichtpunkte. Daher der Name. Es gibt ein Seil, mit dem man neben dem Wasserfall hoch klettern kann. Das probiere ich aber lieber nicht aus. Ich bin mittlerweile auch wieder allein, das Paar hat geartet, bis ich in der Höhle war und ist dann raus, Gegenverkehr passt definitiv nicht. Das Sonnenlicht blendet, als ich zurück ins Wadi schwimme. Es ist mittlerweile wesentlich voller geworden. Zurück bei Marcel ziehe ich mich wieder an und wir gehen zurück zum Auto. Es ist noch heißer geworden und der Weg zieht sich etwas.

Weiter geht´s Richtung Bimmah Sinkhole, welches ca. 30 km weiter Richtung Maskat liegt. Es handelt sich hier um einen beeindruckenden geologischen Krater oder Dolinen, der durch den Einsturz einer unterirdischen Höhle oder Grotte entstanden ist. Man gelangt zu dem Loch durch einen kleinen Park, welcher von üppiger Vegetation und Palmen gesäumt ist, was dem Ort eine zusätzliche malerische Atmosphäre verleiht. Auch hier wieder der Hinweis, sich angemessen zu Kleiden. Der Durchmesser des Kraters beträgt etwa 20 Meter, während die Tiefe auf etwa 26 Meter geschätzt wird. Das Wasser im Sinkhole ist auffällig türkisfarben und bildet einen reizvollen Kontrast zu den weißen Kalksteinfelsen. Man kann die Treppe hinabsteigen, um das Wasser zu erreichen, und hat die Möglichkeit, in dem erfrischenden Becken zu schwimmen. Was natürlich der Plan ist. Neben uns sind kaum andere Menschen dort und so ist es angenehm ruhig. Und überraschend kühl. Ich hatte vermutet, dass das Wasser wärmer wäre, da es ja nur ein kleines Becken ist. Ich plansche ein bisschen rum, dann geht es aber auch weiter. Allerdings nicht allzu weit. Ich entdecke vom Beifahrersitz aus einen schönen Strand und wir halten noch einmal an. Heute ist Badetag! Der Strand sah aus der Ferne schöner aus, als er war, auch hier wieder viele (runde) Steine und tote Korallen. Trotzdem hüpfe ich kurz ins Wasser, dann sitzen wir noch etwas am Meer, bis ich halbwegs trocken bin. Jetzt aber wirklich auf nach Maskat!

Wir haben mal wieder keinen richtigen Plan und so landen wir irgendwo in der Stadt und gönnen uns ein sehr schickes Hotel. Mit Autoaufzug und Rooftop Pool! Und da ich noch nicht genug Wasser hatte, gehen wir da natürlich auch nochmal schwimmen. Hier ist außer uns und dem Bademeister niemand. Obwohl es recht spät ist, ist auf den Straßen viel Betrieb. Zum Essen gehen wir in die fußläufig erreichbare Mall, welche riesig ist. . Es gibt sogar eine Kinderachterbahn. Wir landen bei einem wirklich sehr leckerem Libanesen – unser bis dato teuerstes Essen im Oman.

Unsere Route findest du hier!

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Ich war kurz davor in die Lavapools zu hüpfen, aber irgendwie auch nur fast 😅
Und dann geht es auch schon wieder bergab. Es geht runter von der Straße auf einen kleinen Trampelpfad, den vermutlich schon sehr lange niemand mehr benutzt hat. Und auf einmal fängt es an zu schütten. Innerhalb von Sekunden bin ich nass bis auf die Haut. Ich hocke mich unter einen einsamen, niedrigen Baum, der etwas in den Weg ragt. Der Regen wird nicht weniger und wirklich viel Schutz bietet der Baum auch nicht. Zähneknirschend gehe ich weiter, der Weg wird immer schmaler und die Abhänge steiler. Hier und da muss ich etwas kraxeln. Ein bisschen mulmig ist mir mit meinen nassen, matschigen Schuhen dabei schon. Und auf einmal sehe ich die Felsen von Janela. Da hätte ich mir den Stopp auch sparen können. Anstatt weiter zum Strand abzusteigen, beschließe ich, die Route etwas abzukürzen. Und lande auf einer kleinen Nebenstraße, die wegen Steinschlaggefahr für Autos (?) gesperrt ist. Und hier liegen ordentlich Steine herum. Aufmerksam gehe ich weit am Rand entlang. Hoffentlich kracht nicht ausgerechnet jetzt etwas herunter. Nach fast 10 Kilometern mit gut 500 Höhenmetern komme ich erschöpft wieder in Porto Moniz an. Und ich kann erahnen, dass das hier ein ganz schönes Weihnachts-Wonderland ist, wenn es dunkel ist.
Ich finde zum Glück einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe meiner Unterkunft, besorge schnell etwas zum Kochen für den Abend in einem kleinen Supermarkt und bin immer noch unschlüssig. Das Wetter scheint sich etwas stabilisiert zu haben, Badewetter ist natürlich nicht. Ach was soll’s, ich bin zum Wandern hier, denke ich. Im Auto schlüpfe ich in meine Wandersachen, suche schnell eine Route aus und marschiere los. Immer bergauf. Schnell bin ich außer Atem. Wer baut solche Straßen? Und wer fährt diese Straßen mit dem Auto hoch? Aber ich werde schnell mit wunderbaren Aussichten auf Porto Moniz und das Meer belohnt. Ich komme durch einen kleinen Ort, in dem mich von einem Garagendach ein Hund so böse anbellt, dass ich Angst habe, er könnte herunterspringen und mich anfallen. Ich versuche ihn nicht zu beachten und gehe zügig weiter. Die Wege sind nicht immer ganz leicht zu finden und manchmal wundere ich mich etwas über die Streckenführung.
Als nächstes geht es zum Praia da Ribeira da Janela, einem malerischen Strand in der Nähe des kleinen Dorfes Ribeira da Janela. Dieser Strand zeichnet sich durch seine wilde und natürliche Schönheit aus, die von dramatischen Felsformationen und der rauen See des Atlantiks geprägt ist. Die markanten Felsformationen im Wasser, die steil aus dem Meer ragen, verleihen dem Ort einen einzigartigen, fast mystischen Charme. Der Strand selbst besteht hauptsächlich aus Kieselsteinen und großen Felsen, was ihm einen unberührten und natürlichen Charakter verleiht.
Weiter geht es nach Seixal. Die charmante Stadt bot mir während meines kurzen Zwischenstopps eine eindrucksvolle Kulisse. Obwohl die berühmten Lavapools aufgrund der stürmischen See an diesem Tag nicht begehbar waren (und mir wäre es vermutlich sowieso viel zu kalt gewesen), konnte ich dennoch die raue Schönheit und die kraftvolle Energie des Atlantiks erleben. Schon bei meiner Ankunft spürte ich den wilden Charme von Seixal. Die hohen Wellen, die gegen die schwarzen Lavaklippen prallten, erzeugten eine dramatische und zugleich faszinierende Atmosphäre. Auch wenn das Schwimmen in den natürlichen Pools nicht möglich war, genoss ich den Anblick des tosenden Meeres, das die Küste in ein wildes Schauspiel verwandelte. Die Stadt selbst strahlt eine gemütliche und einladende Atmosphäre aus. Die kleinen Gassen und die traditionellen Häuser mit ihren roten Dächern spiegeln den authentischen Charakter Madeiras wider. Bei einem Spaziergang durch den Ort entdeckte ich charmante Cafés und Restaurants, in denen man es sich sicher sehr gut gehen lassen kann. Und eine Straße mit 33 % Steigung! Besonders beeindruckend war der Blick vom Ufer aus auf die steilen, grün bewachsenen Klippen, die sich majestätisch über dem Atlantik erhoben. Seixal ist auch einer der wenigen Orte auf Madeira, die einen Strand haben.
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