Hier kommt der letzte Teil des Schottland Abenteuers. Nachdem wir also das Beenden des West Highland Ways erfolgreich gefeiert haben, gibt es ein kontinentales Frühstück im Hotel. Danach wird wieder mal der Rucksack gepackt und es geht in Richtung Bahnhof. Dort wartet der Jacobite Steam Train (besser bekannt als Hogwarts Express) auf uns, der uns auch über das Glennfinnan Viadukt aus den Harry Potter Filmen fahren wird.

Es gibt ein kleines Merchandise Abteil und wir machen fleißig Fotos, bevor wir in den Zug gehen. Ich habe uns sogar eine Flasche Champagner vorbestellt. Wie ich die nach dem gestrigen Abend trinken soll, weiß ich allerdings nicht.

Kaum sitzen wir, kommt ein Paar auf uns zu und sagt, wir würden auf ihren Plätzen sitzen. Nach einer kleinen Diskussion stelle ich fest, dass ich die Tickets für den darauffolgenden Tag bestellt habe. Wir verlassen den Zug und ich bin den Tränen nahe. Der Zug ist auch komplett ausgebucht und wir können die Tickets nicht umschreiben lassen. Nach einigem hin und her beschließen wir, eine Unterkunft in Fort William zu buchen und noch eine Nacht zu bleiben. Die bereits gebuchte erste Nacht in Edinburgh können wir auch nicht stornieren. alles ziemlich frustrierend. Wir finden aber zum Glück eine private freie Unterkunft in Fort William und bringen unser Gepäck dorthin. Immerhin haben wir jetzt Zeit, uns den Ort etwas anzusehen.

Wir setzen uns draußen in ein kleines Cafe und ich bestelle mir einen Smoothie. So frisches Obst hat auf der Wanderung doch ewas gefehlt. Dann buchen buchen eine Schiffstour durch die Bucht, die auch echt schön ist. Wir sehen sogar Robben auf einer kleinen Insel. Abends verabreden wir uns dann mit Lisa, mit der wir in der Bothy geschlafen haben.

Mit einem Tag Verspätung geht unsere Schottland Reise also weiter. Diesmal steht der Schampus auch auf unserem Platz. Es gibt ein kleines Infoheft über den Zug. Wir bestellen noch Schokofrösche (mit Sammelbildern natürlich) und Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen (da waren wirklich fiese Sachen bei) und genießen die gemütliche Zugfahrt durch die Highlands.

Dann geht es über das Viadukt. Es macht übrigens Sinn, möglichst weit hinten zu sitzen und man sollte definitiv aus dem Fenster in Fahrtrichtung links sitzen. Wem das Zugticken mit der Dampflock zu teuer ist, kann übrigens auch mit der normalen Bahn über das Viadukt fahren. Dann allerdings ohne Harry Potter Feeling.

Der Zug hält zwischendurch einmal an einem Zwischenstopp, hier gibt es einen alten Wagon, der als Restaurant und Hotel umgebaut wurde. Der Stopp dauert nicht lang, aber es ist genügend Zeit, sich kurz umzusehen und zur Toilette zu gehen.

The glenfinnan dining car

In Mallaig angekommen, kümmern wir uns zuerst um ein Zugticket nach Edinburgh. Irgendwie hatte ich mir das näher vorgestellt. Sechs Stunden dauert der Spaß und wir werden erst gegen 22.00 Edinburgh erreichen. Dafür haben wir jetzt aber genug Zeit, uns Mallaig anzuschauen und etwas zu essen. Unserer Rucksäcke geben wir in einem kleinen Geschäft in der Nähe des Bahnhofs ab. Auch hier gibt es allerhand Harry Potter Merch, aber auch alles mögliche anderes.

Wir essen in einem schönen Restaurant zu mittag und sind froh, dass wir mehr Zeit haben als die meisten Touristen, die von Mallaig mit der Dampflok wieder nach Fort William fahren. So bleibt uns noch genügend Zeit, durch den kleinen Hafen zu schlendern und eine kleine Wanderung zu machen (es gibt auch Ausflugschiffe, aber da passt zeitlich keine Tour so richtig für uns). Mallaig ist ein wirklich schönes kleines Städtchen. Von hier besteht auch die Möglichkeit, weiter zu den Hybriden zu reisen.

Wir holen unsere Rucksäcke ab und dann geht es in Richtung Edinburgh. Ein bisschen wehmütig lasse ich die hüglige Landschaft der Highlands an mir vorbei ziehen.

Wir haben ein kleines Reiseschach dabei und spielen etwas. In Glasgow steigen wir um, der Bahnhof ist voller Menschen.

Unsere Ankunftszeit haben wir mit Heather, unserem, wie sich später herausstellt, sehr fürsorglichem Host abgesprochen und sie sammelt uns später sogar an einer Kneipe in der Nähe ein. Wir haben noch Zeit für Kaltgetränk.

Das Zimmer ist sehr hübsch und Heather hat uns Snacks und Getränke vorbereitet , total lieb. Sie will auch unsere Sachen waschen, was mir erst etwas unangenehm ist, schließlich sind die ganz schön durchgeschwitzt. Aber vermutlich ist es besser, als die miefigen Sachen noch ein paar Tage im Rucksack zu lassen.

Das Frühstück ist gut und reichhaltig, sodass wir uns davon noch etwas für unterwegs einpacken. Mein Freund war vor einigen Jahren schon einmal in Edinburgh, was ganz gut ist, schließlich haben wir jetzt einen Tag weniger als geplant und können ein bisschen aussortieren, was man vielleicht nicht unbedingt sehen muss. Die Innenstadt ist fußläufig (zumindest für gehwillige) erreichbar und wir schlendern ein bisschen durch die Gassen am Haymarket, welches am Westrand der Innenstadt liegt.

Von hier aus geht es mit einem Hop on Hop off Bus zum Edinburgh Castle. Die alte Burg steht im Zentrum auf dem Castle Rock, der ca. 80 Meter höher als das umliegende Gelände ist und vulkanischen Ursprung hat. Der Castle Rock ist nur von einer Seite aus zugänglich. Die Burg hat eine bewegte Geschichte, die bis an den Anfang des 12. Jahrhunderts reicht. Montags bis samstags wird hier immer noch um punkt 13.00 Uhr eine Kanone abgefeuert. Aber 18€ für den Eintritt in die Burg ist uns dann doch zu viel. Man kann aber auch ohne Eintritt auf einen Teil des Burggeländes.

Edinburgh Castle

Es geht wieder in Den Bus und wir lassen die Stadt mit all seinen historschen Gebäuden auf uns wirken. Hier und da entdeckt man aber auch moderne Gebäude.

Wir wollen zum Arthur’s Seat, Hausberg von Edinburgh, der etwas außerhalb vom Stadtzentrum liegt. Er ist 251m hoch und soll wunderbare Ausblicke, sogar bis in die Highlands, bieten. Der Ginster blüht in voller Pracht und lässt den Lavadom noch surrealer wirken, das ganze passt so gar nicht zur Stadt. Wir nehmen den einfachen Weg hinauf durch ein kleines Tal.

Oben angekommen wird man durch einen wirklich grandiosen Ausblick belohnt. Man kann über ganz Edinburgh blicken bis zur Brücke über den Fifth of Forth blicken und die südlichen Highlands sehen. Wir mümmeln ein paar Chips die Heather uns auch mitgegeben hat und kraxeln einen steilen Pfad bis zu einem Hauptweg hinunter. Diese „Abkürzung“ ist aber nicht sehr empfehlenswert und fordert durchaus trittsicherheit. Aber wir sind ja noch im Training vom WHW.

Erfolgreich unten angekommen, geht es mit dem Bus weiter nach Calton Hill, der markantesten Erhebung der Stadt. Hier gibt es einiges zu sehen: das (unfertige) National Monument, das Nelson Monument (kann man hoch gehen, Aussicht lohnt sich), das Dugald Stewart Monument, das Playfair Monument, der Parliament Cairn, das Old Observatory House, das City Observatory, das St. Andrew`s House und die Portugiesische Kanone. Wirklich einiges also.

Weiter geht`s zum Greyfriars Kirkyard, am südlichen Ende des historischen Stadtkerns von Edinbourgh. Dieser existiert bereits seit dem späten 16. Jahrhundert. J.K. Rowling hat hier viele Namen für die Harry Potter Bücher gefunden und in der Kirche kann man eine Karte bekommen, in der die entsprechenden Gröber eingezeichnet sind. Natürlich habe ich alle gefunden. Aber auch so gibt es einige bemerkenswerte Grabmäler, sogar das vom Hund Bobby. Und man sagt, dass es auf dem Friedhof spukt. Wer mag, kann dies auf einer geführten nächtlichen Tour überprüfen.

Potterhead auf dem Greyfriars Kirkyard

Wir schlendern etwas durch die Altstadt und besichtigen die St. Giles‘ Cathedral, eine der bedeutesten Sehenswürdigkeiten von Edinburgh. Sie wurde vermutlich seit 1120 gebaut und ist die Hauptkirche der Stadt. In den 1980er Jahren wurde bei Restaurierungsarbeiten sogar eine Fußbodenheizung eingebaut.

Weiter geht’s zu den Princess Street Gardens, einem öffentlichen Park am Fuße des Edinburgh Castle. Natürlich ist dieser Park auch alt, er wurde 1820 angelegt. Es gibt einige Denkmäler und einen Springbrunnen (Ross-Brunnen), das beste waren für mich jedoch die zutraulichen Eichhörnchen (ich glaube es sind Eichhörnchen). Der Park wird viel für Picknicks genutzt und es finden regelmäßig Konzerte statt.

Von hier geht es über die Princess Street so langsam zurück, wir werden nochmal mit tollen Aussichten auf das Castle belohnt.

Edinburgh Castle

Zufällig landen wir in der Rose Street, wo es einige Kneipen und Restaurants gibt und landen im Dirty Dicks, einer richtig coolen Kneipe (finde ich). Ein schöner Ort, um den letzten Abend in Edinburgh ausklingen zu lassen.

So, das sind jetzt schon wieder sehr viele Bilder geworden. Ich hoffe, dir hat der Beitrag trotzdem gefallen und vielleicht hast du ja jetzt auch Lust auf Schottland?

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