Ab in den Norden – ganz alleine – nur die Wildnis und ich, das war mein Plan. Ziel ist das Glaskogen Naturreservat im Varmland, an der Grenze zu Norwegen in Schweden. Viele, denen ich davon erzählt habe, konnten es nicht verstehen, andere haben mir ihren Respekt gezeigt. Warum ganz alleine? Als ich losfahre, weiß ich es vielleicht selbst noch nicht… Abenteuerlust, Sehnsucht nach Stille… vielleicht will ich mir auch selbst beweisen, dass ich es KANN.

Um dann doch nicht ganz auf mich allein gestellt zu sein, habe ich eine Trekkingtour auf eigene Faust über einen Reiseveranstalter gebucht. Verpflegung und Zelt sollte ich vor Ort bekommen, genauso wie einen erreichbaren Ansprechpartner. Klang für mich nach einem guten Einstieg.

Tag 1:

Nach einer doch recht zügigen Fahrt haben wir schon um 8.30 Uhr das Basiscamp erreicht. leider geht es erst um 11.30 Uhr weiter nach Glaskogen. Vor lauter Frust und Langeweile habe ich 3 Brötchen mit Veggie-Würstchen verdrückt, es regnet nämlich in strömen… kein besonders guter Start in mein Abenteuer.

Das Basislager am See Stora Bör

Dann endlich geht es für ganze 9 Leute aus 3 vollen Reisebussen endlich weiter. Die Trekkingtour scheint außer mir keiner zu machen. Am Glaskogencamp stoßen dann doch noch 4 Trekker dazu, die auf eigene Faust angereist sind.

Mein Rucksack am Start meiner Tour

Ausrüstung und Verpflegung musste ich erstmal stark dezimeren, trotzdem passt nicht alles in meinen Rucksack und so muss das Zelt außen befestigt werden. Der Rucksack ist jetzt so schwer, dass ich ihn kaum heben kann. Egal.

 

 

 

 

 

 

Alleine mache ich mich also auf den Weg. Oder besser gesagt, den Pfad, welcher sich durch den Wald schlängelt. Umgestürzte Bäume erscheinen mir mit dem Ding auf dem Rücken als ein unüberwindbares Hindernis, genauso wie hohe Steine, auf die ich klettern muss. Ich komme schnell außer Atem und schon bald brauche ich die erste Pause. Also Rucksack ab, schnell einen Keks mümmeln, Pipi machen und weiter, so der Plan… Bekomme den Rucksack nicht hoch. Also, Rucksack aufstellen, anschnallen und hoch! Klappt nicht, ich falle mit dem Ding um. Also suche ich mir einen Stein, hieve ihn drauf und versuche es nochmal. Ein Knie gibt nach und liege im Dreck. Na, wenigstens sieht mich niemand. Irgendwie geht es aber dann doch und ich marschiere an Felswänden vorbei durch den Wald und bin fasziniert von den ganzen unterschiedlichen Moossorten.

Moos, Moos und noch mehr Moos

Endlich finde ich auch ein paar Blaubeeren und Preisselbeeren – jamjam. Gegen 17.00 Uhr erreiche ich einen kleinen See und merke, dass es sehr windig wird… aus Angst vor Schlechtwetter suche ich einen Schlafplatz, auch wenn ich erst knapp die Hälfte meiner Strecke für heute geschafft habe – ich bin langsamer als gedacht. Ich finde was hübsches auf einem Berg, nur das doofe Zelt lässt sich bei dem Wind nicht aufbauen, die Heringe halten in dem lockeren Boden nicht. Also alles zusammengerauft, ein Stück hinter dem Hügel nochmal versucht, wieder nichts. So langsam bekomme ich Panik, es ist schon 18.00 Uhr… Also alles mehr schlecht als recht in den Rucksack und weiter.

Nach der nächsten Kurve (ca. 200m) eine Wetterschutzhütte!

Die erste Wetterschutzhütte

Ich bastel lange an einem Feuer, was mehr schlecht als recht brennt. Zum Wasser warm machen reicht es aber. Es gibt Couscous mit Erbsen und Möhren (aus der Dose). Noch bevor es dunkel ist liege ich im Schlafsack. Und friere. Also Pulli an, Bufftuch auf den Kopf und hoffen dass es wärmer wird. Zumindest einigermaßen. Wird schon gehen.

ICH HABE FEUER GEMACHT

Tag 2:

Früüühstück

Zum Frühstück gab es Bohnen in Tomatensauce und eine Scheibe Eiweißbrot. Dann schnell Brote für mittags gemacht, alles zusammengepackt und los. Das hat mal eben ca. 2,5 Std. gedauert.

Nach kurzer Zeit beginnt es zu regnen, also Rucksack in die Hülle quetschen, Jacke an, Cappie auf und weiter. Ich wandere durch Sümpfe, Flüsse und über Bretter über mehr Flüsse und noch mehr Sümpfe. Alles ist voller Mini-Frösche. Zum Pause machen finde ich einen umgestürzten Baum – perfekt. der Rucksack steht auf dem Stamm an die Wurzel gelehnt, so dass ich ihn gut wieder aufsetzen kann. Mein Tee schmeckt irgendwie rauchig.

Bäche und Flüsse werden über eine einfache Brücke aus Holzbohlen überquert – ziemlich wackelige Angelegenheit

Blaubeeren – der perfekte Snack

Naja. Zwischendurch mampfe ich immer wieder Blaubeeren. Und verlaufe mich. Irgendwo falsch abgebogen, also laufe ich ein ganzes Stück auf einer Schotterstraße entlang, ziemlich eintönig aber ich komme gut voran. Mein Nacken und die Schlüsselbeine schmerzen vom schweren Rucksack. Ich habe kaum noch was zu trinken und höre irgendwo Wölfe heulen. Mein Etappenziel werde ich wohl wieder nicht erreichen, aber es gibt einen schönen Wetterschutz. Mit Plumpsklo, frischem Feuerholz, Handschuhen und sogar einem Kartenspiel.

 

 

 

Ich mache ein gutes Feuer (bin schon etwas stolz) und während ich warte, dass das Wasser kocht, beschließe ich, doch im Zelt zu schlafen, weil ich den Unterstand mit meiner Plane nicht richtig zu bekomme und es wirklich kalt ist. Zu Essen gibt es eine Riesenportion Ravioli mit Pilzen aus der Dose und einer Tomatensauce aus Ketchup, Tomatenmark und dem Nudelwasser. Ich bin pappsatt. Ich lege die Teekanne schonmal ins Zelt und setze mich ans Feuer. Man kann schon den Atem sehen also beschließe ich, mir warme Steine fürs Zelt zu machen. Noch ein paar Dehnübungen am Feuer, dann mache ich das Zelt auf um mit den heißen Steinen gut hinein zu kommen und stelle fest, dass die blöde Thermosflasche ausgelaufen ist. Zelt nass, Matratze nass, Rucksack nass. Ganz toll.Scheint echt nicht so mein Tag zu sein. ich lege die Steine auf dem Handschuh ins Zelt und verkrieche mich in meinen Schlafsack, knabber noch ein Stück Schoki und höre etwas Musik. Es ist echt kalt. Ich ziehe das Bufftuch über und mache den Schlafsack fast ganz zu.

Der See kurz vor Einbruch der Nacht

Tag 3:

Bin ein paar mal wach geworden, weil mir Hüfte und Schulter weh taten, anscheinend drehe ich mich nicht in dem Schlafsack. Morgens höre ich komische Geräusche um mich herum, bin aber zu müde um nachzusehen woher sie kommen.

Schokomüsli aufgepimpt mit gesammelten Beeren

Zum Frühstück gibt es Porridge aus Schokomüsli mit Preissel- und Blaubeeren. Sehr lecker. Ich mache mir wieder Käsebrote und Tee für meine Mittagspause und brauche ewig zum Packen.

 

 

 

 

 

Nach einigen Metern treffe ich tatsächlich andere Leute – die Vierergruppe, die mit mir gestartet ist. wir reden kurz, dann geht es weiter. nach kurzer Zeit treffe ich auf ein Schild, auf dem steht, dass der Weg umverlegt wurde. Also gut. Die Sonne scheint und es ist richtig schön warm. Das Moos auf dem Weg ist noch weich und federt meine Schritte ab. Sehr angenehm. Ich fühle mich wie eine kleine Pionierin. Irgendwann ist mir so warm, dass ich beschließe, die Hosenbeine abzumachen. Auch auf die Gefahr hin, mir die Beine an den Sträuchern aufzuratschen und Zecken einzusammeln. Tatsächlich ist das Gefühl der Sträucher aber ganz angenehm und irgendwie belebend.

Die Bäche sind alle ausgetrocknet. Um Wasser zu sparen, mampfe ich fleißig Blaubeeren gegen den Durst. Ich frage mich, wie viele der Pilze die ich sehe wohl essbar sind. Erkennen kann ich nur Steinpilze. Alles ist voller Ameisen. Sie krabbeln überall und an jeder Ecke sind riesige Haufen die mir all bis zur Hüfte reichen. Ich komme wieder auf den ursprünglichen Pfad und kontrolliere auf dem Handy meine Position. Ernüchternd stelle ich fest, dass mich der neue Weg 5-6km mehr gekostet hat. Es ist schon recht spät, ich werde also mein Etappenziel wieder nicht erreichen. An einem schönen Unterstand mache ich Pause, beschließe aber, noch 1,7km weiter zu einer Hütte mit Betten zu gehen. Es beginnt zu regnen und ich muss wieder mein Gepäck und mich schützen, die Hosenbeine lasse ich aber ab. Beim Gehen merke ich, dass ich eine Blase am Fuß habe. Egal, weiter, es ist schon nach 18.00 Uhr.

Bett und Heizung!

Gegen 18.30 Uhr sehe ich die Hütte und jemanden am Lagerfeuer, hoffentlich ist genug Platz. Es sind nur 2 Jungs, etwa in meinem Alter, aus Marburg. Wir quatschen und kochen. Mittlerweile gießt es und ich mache die Heizung (!) an. Es gibt sogar Steckdosen, nur habe ich keinen Stecker zum Laden mit. Für mich gibt es Gemüsereis aus der Tüte, die beiden machen Teig, woraus Pizzafladen entstehen sollen. Die werden mit Gemüse und Käse gefüllt und ich bekomme auch was ab. Lecker!

Traumhafter Sonnenuntergang

Tag 4:

Frühstücken und Zusammenpacken hat irgendwie länger gedauert als geplant, ist doch anders, wenn man nicht alleine ist. Gegen 9:15 Uhr mache ich mich auf den Weg. Nach ca. 2 Stunden erreiche ich die Wetterschutzhütte 9c und mache schon Mittagspause – wer weiß, wann ich wieder so gemütlich sitzen kann. nachdem ich meine Brote und einen Keks gegessen und etwas Tee getrunken habe, geht es weiter. Nur in die falsche Richtung, es geht nämlich nicht weiter, ich stehe am Ende einer wunderschönen Landzunge. Also wieder zurück und den richtigen Weg suchen. Der geht ziemlich steil an einer Felswand runter. Auch wenn ich das Gefühl habe, schon viel trittsicherer zu sein, ist das doch eine Herausforderung. Aber auch die meistere ich.

Einmal links runter bitte

Der Weg geht eine ganze Weile am Ufer entlang und ich genieße die Aussicht und das Gefühl, nicht schon wieder zu wenig Wasser zu haben, hier kann ich ja jederzeit nachfüllen. Was mir aber auffällt, sind die toten Mäuse. 17 Stück habe ich gezählt! Und fast alle kopflos. Bäh. Obwohl der Weg leichter zu gehen ist, bin ich vorsichtig. Maus am Stil finde ich nicht so toll. Ich muss ein ganzes Stück an der Straße entlang, eintönig und warm. Während ich gehe, kommt mir die Idee zu trampen, was ich morgen definitiv versuchen werde. Ich bin immer noch recht langsam und habe mittlerweile Blasen an beiden Fersen.

Irgendwann geht’s in den Wald und kurz darauf erhasche ich den ersten Blick auf den See, an dem ich mir eine Hütte für die Nacht ausgesucht habe. naja, 1,5 Stunden später komme ich dann auch dort an, war wohl doch nicht so nah, bzw. der See größer als gedacht. Unterwegs sehe ich so viele Steinpilze, hätte ich nur was zum Sammeln parat. Aber Rucksack absetzen ohne Stein geht immer noch nicht.

Der Weg endet an einer großen Wiese. Dort steht ein frisch gestrichenes Haus, überall stehen Leitern, Farbeimer und Nägel rum. Es ist eine Feuerstelle eingerichtet, am Seiteneingang ist eine Wasserpumpe und es gibt noch 2 Nebengebäude. Nur weit und breit kein Schild mit Hinweis zu meiner Hütte. Die Türen stehen offen, also gehe ich vorsichtig hinein und kann es kaum fassen: 2 Hochbetten, 2 massive Holztische und 2 Kachelöfen. Und das lang ersehnte Schild: Glaskogen 35. Ich kann kaum glauben dass ich hier so gemütlich schlafen werde.

Mein Haus für diese Nacht

sooo gemütlich

Ich mache beide Öfen an (Feuer machen klappt mittlerweile wirklich gut) und erwärme Wasser zum Waschen und Kochen. Ich wasche mich unter der Pumpe und spüle alles mit warmen Wasser ab. Tut das gut! Schnell wasche ich noch etwas Kleidung und hänge sie vor den Ofen zum trocknen. Die Seife enthält ätherische Öle und es riecht wie bei einem Saunaaufguss. Jetzt steht das Essen (Sauerkraut mit gebratenen Zwiebeln) auf dem Ofen und dann gibt es hoffentlich noch ein warmes Fußbad vor dem Schlafen.

 

 

 

 

Komisch, hier habe ich tatsächlich ein ungutes Gefühl und verriegle die Türen. Ich freue mich auf das Essen, das Bett und hoffe, dass ich es morgen bis nach Lennungshammer schaffe.

Tag 5:

Obwohl ich die Kamine abends voll mit Holz gestopft habe, empfand ich es morgens als kühl – Ich hatte ohne Hose geschlafen und den Schlafsack nicht zu gemacht. Wasser holen – Kamin an. Mein Frühstück war schon einigermaßen vorbereitet, ich wollte früh los, also beginne ich während ich auf’s Wasser warte, mein Lunchpaket vorzubereiten und muss feststellen, dass sich eine Maus an einem Apfel vergnügt hat. Ich schneide die Stelle großzügig ab, wasche ihn gut und schneide ihn in kleine Stücke um ihn aufzukochen. Gibt es halt Apfel-Müsli-Porridge. Das Wasser braucht ewig und ich packe schon so gut es geht, schaue nochmal auf die Karte und hoffe, dass alles klappt.

Nach dem Frühstück mache ich mich gegen 9.00 Uhr auf den Weg, fast 2 km bis zur Straße. Darauf marschiere ich weiter und hoffe, dass mich jemand mitnimmt. irgendwann kommt tatsächlich ein Auto und hält sogar an, als ich den Daumen raus halte. 3 Frauen aus Heidelberg nehmen mich mit nach Lennungshammer. Perfekt! An dem Zeltplatz entdecke ich 2 Scandtrack-Zelte und geselle mich dazu, sie gehören zu den 4 anderen Wanderern. Ich kaufe mir im Kiosk 3 Teebeutel, eine Cola, einen Müsliriegel und ein Eis und wir quatschen noch etwas. Die 4 wollen die gleiche Route nehmen wie ich. Ich starte trotzdem alleine und beschließe, in Hütte 52 zu schlafen, welche nicht soo weit weg ist und 6 Betten bietet. Es soll kalt werden heute Nacht.

Na toll

Unterwegs treffe ich tatsächlich relativ viele Leute (nur Deutsche) und sehe irgendwann ein Schild, auf dem steht, dass das der Wanderweg geändert wurde und die Hütte in der ich schlafen wollte verkauft wurde. Na toll. Ich gehe erstmal 2,5 km weiter zum nächsten Unterstand und überlege: Entweder 7,5 km weiter bis zur nächsten Hütte oder nochmal 2,5 km zurück bis zum Campingplatz oder bleiben. Ich entscheide mich für letzteres, für die 7,5 km brauche ich hier gut 3 Stunden und es ist schon fast 15.00 Uhr. Die nächste Hütte ist wohl sehr beliebt und ich habe Angst, keinen Platz zu bekommen. Hier kann ich wenigstens Feuer machen und vielleicht kommt ja noch jemand der bleiben will, dann ist es auch nicht so kalt. Ich bereite den Unterschlupf so gut es geht winddicht vor und hole mehr Holz. Autsch! Ich werde von Wespen angegriffen, die offensichtlich ein Nest in dem Holzlager haben…

 

Das tut den müden Füßen gut!

Dann lege ich mich auf einen großen Stein am Ufer, halte die Füße ins Wasser, genieße die Sonne und lese.

 

.

 

Etwas Yoga um die Muskeln zu lockern wirkt wunder!

 

Etwas Lagerfeuerromantik gehört auch dazu

Zum Abendessen gibt es Nudelsuppe. Hoffnung dass noch jemand kommt habe ich nicht mehr. Naja, wird’s halt kalt. ich werde mir warme Steine mit in den Unterstand nehmen und einfach ganz viel anziehen. Kann ich das Feuer wohl über Nacht brennen lassen? Wahrscheinlich

 

 

 

 

 

 

Tag 6:

„Um sich seinen Aufgaben zu stellen, gibt es keinen besseren Ort als die Natur, wo man in den normalen Rhythmus des Lebens zurückfinden kann.“

Diesen Satz habe ich gestern in meinem Buch gelesen und finde ihn sehr passend.

Obwohl meine Abdichtungs-Konstruktion nicht ganz gehalten hat, war mir eigentlich sehr warm in der Nacht. Morgens habe ich mir nochmal ein kleines Feuer gemacht, es ist noch so kühl, dass man den Atem sehen kann. Während ich darauf warte, dass das Wasser anfängt zu kochen, packe ich und wasche mich am See. Meine Augen brennen und sind geschwollen von dem ganzen Rauch gestern – ich habe mir damit versucht, die Wespen vom Leib zu halten. Wieder gegen 9.00 Uhr breche ich auf, fest im Kopf dass ich möglichst früh an der Hütte 23 sein will, damit ich noch ein Bett bekomme.

Es ist bewölkt aber unterwegs werde ich mit tollen Aussichten verwöhnt. ich treffe einen Angler mit dem ich mich eine Weile über Blaubeeren (man muss mir meinen Konsum ansehen können) und Pilze unterhalte. Er sagt mir, dass sein Wohnmobil in der Nähe steht, falls ich was brauche.

Meine kurze Mittagspause verbringe ich auf einem Berg mit Aussicht auf einen großen See, packe aber schnell zusammen da es sich weiter zu zieht.

Mittagspause!

Jetzt geht es fast nur noch bergab, was meinen schmerzenden Fersen gut tut. Noch 3,5 km, dann bin ich am Ziel für heute. Und es ist erst Mittag!

Vorfreude pur!

An der Hütte angekommen, bin ich etwas enttäuscht: Der Kamin fehlt und sie ist wirklich winzig. Aber es stehen frische Blümchen auf der Fensterbank. Jetzt trinke ich meinen Tee und überlege, was ich mit dem Rest des Tages anfangen soll. Es ist grau und kühl. Vielleicht ein paar Beeren oder Pilze sammeln. Oder ich lege mich erstmal hin und mache die Augen zu. Zum Feuer machen ist es noch zu früh. Es regnet. Richtig. Ich baue meinen Kocher zum Tee kochen in der Hütte auf und liege im Bett und lese. Die Matratzen sind richtig bequem und ich freue mich, dass ich ein Dach über dem Kopf habe.

 

Kurze Zeit später kommen tatsächlich die 2 Pärchen, die auch über Scandtrack gebucht haben und die ich schon mehrmals getroffen habe. Wir schlafen also zu. in der winzigen Hütte.

Abends gibt’s trotz Regen ein ordentliches Feuer, 5-Minuten-Reis und viele Gespräche. Um halb 10 liegen wir alle in unseren Schlafsäcken.

Tag 7:

Wir haben fast 12 Stunden im Bett gelegen. Weit ist es nicht mehr, also machen wir ein Feuer und starten gemütlich i den Tag. Ich versuche ein paar Blaubeeren für’s Frühstück zu finden, leider erfolglos.

Es kommen noch 2 Scandtrack-Kanuten vorbei, die am letzten richtigen Tag etwas wandern wollen.

Gegen 11.00 Uhr machen wir uns zu 5. auf den Weg. Aufgrund einer kleinen Fußverletzung gehen wir langsam, das ist aber nicht schlimm, ich genieße die Landschaft und die Beeren.

Wir machen an einer Felsklippe Pause, ganz schön steil geht’s da runter, habe den Aufstieg gar nicht so hoch empfunden.

Ganz schön hoch

Gegen 15.00 Uhr erreichen wir das Glaskogen-Camp, legen uns in die Sonne und machen uns über nicht verbrauchte Vorräte der anderen her. Dann bauen wir alle unsere Zelte auf, machen uns was zu essen (ich hatte noch Nudelsuppe) und quatschen.

gefülltes Stockbrot… mmmh

Später gibt es natürlich ein Lagerfeuer. Dazu kaufen wir Bier und Schokolade und machen Stockbrot. Irgendwann komme ich auf die glorreiche Idee, meinen Teig mit Schokostückchen zu spicken – mega gut! Leider ist mir irgendwann schlecht.

Die Nacht ist kalt und ich ziehe mir eine zweite Lage Kleidung an, weil ich nicht einschlafen kann. Die ziehe ich irgendwann wieder aus, weil mir zu warm wird. Typisch.

 

 

 

Tag 8:

Zum Frühstück gibt es Pfannenbrot aus den Teigresten vom Stockbrot. Mit Nutella und Curryaufstrich. Also abwechselnd, nicht zusammen. Voll gut.

Wir werden erst mittags abgeholt um zum Basiscamp zu fahren, also Töpfe schrubben, Ausrüstung abgeben und warten.

alt und verlassen

Zurück am Basiscamp sind wir überrascht wie viele Leute dort sind, es reiht sich ein Zelt an das nächste, sieht aus wie auf einem Festival. Ich verzichte auf die Dusche und gehe stattdessen mit 2 Frauen etwas spazieren. Zu einem gut erhaltenen, verlassenen Haus. Sehr interessant. Unterwegs futtern wir Steinpilze und natürlich Blaubeeren… die werden mir fehlen.

Nach dem Abendessen geht es dann irgendwann endlich los und das Warten auf die Abfahrt hat ein Ende.

 

Fazit

Die Woche war definitiv ein tolles Erlebnis und auch wenn ich körperlich sehr kaputt war, habe ich mich noch nie so erholt gefühlt. Ich war einfach zufrieden mit mir selbst und total entspannt – super! Ich habe viel gelernt – vor allem über mich selbst. Aber auch, was ich beim nächsten mal anders machen werde.

8 Responses

  1. Hallo! Es ist eine ganz andere, intensivere Welt, die du aufnimmst! War für vier Wochen mit meiner Tochter im Värmland und mindestens zwei im Glaskogen mit dem Zelt unterwegs. Werden dies im nächsten Jahr wiederholen.

  2. Vielen Dank für deine Einblicke dein Abenteuer Glaskogen. Das Naturreservat ist schön zu bewandern, aber auch schön mit dem Kajak zu befahren. Auf jeden Fall ist es ein besonderes Erlebnis egal auf welchem Wege man dort unterwegs ist. Und Regen gehört da immer wieder dazu fällt mir gerade auf :lach:. Auch wenn man hinterher kaputt ist davon ist die Erfahrung die man macht eine große Bereicherung. Lange konnte ich von der letzten Schwedenreise im Alltag danach profitieren weil das Erlebnis meine Akkus gut aufgeladen hat.

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Über Bonvoylara

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Der eiskalte Wind pfeift mir um die Ohren. Warum habe ich eigentlich keine Handschuhe eingepackt? Ich hätte wenigstens meine Weihnachtsmütze aufsetzen können. Ich gehe über den Bergkamm, rechts und links versinkt alles in den Wolken unter mir. Sichtweite? Bis zur nächsten Kurve. Der Wind bläst hier so stark, dass ich Angst habe, weggeweht zu werden. Kaum jemand ist unterwegs. Oh man, das hab ich mir wirklich ganz anders vorgestellt. ie Feuchtigkeit verstärkt die Kälte, und mit zugezogener Kapuze stehe ich an irgendeinem Aussichtspunkt und beschließe, dass das hier nichts wird. Erstens habe ich null Aussicht und zweitens wirklich Angst, hier alleine weggeweht zu werden. Etwas wehmütig trete ich den Rückweg über die ganzen Stufen an, die ich schon hinter mir hatte. Ich treffe noch ein deutsches Paar, die auch umkehren wollen. Etwas enttäuscht bin ich schon, aber ich weiß, dass das die richtige Entscheidung ist. Nach einer Dreiviertelstunde bin ich bereits wieder am Auto. Immerhin gibt’s kein Problem wegen des Parkens.
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Wir fahren zu einem kleinen Strand, ich hüpfe nochmal ins Meer und wir genießen den letzten Nachmittag gemütlich im Schatten. Anschließend fahren wir ein Stück weiter in die Berge, um dort den Sonnenuntergang anzusehen. Das klappt leider so gar nicht, weil der eingezeichnete Spot definitiv nicht mit unerem Auto befahrbar ist. 😅 Wir fahren also wieder Richtung Küste, die Himmelsrichtung müsste für einen schönen Sonnenuntergang passen und ich habe auf der Karte ein paar Restaurants entdeckt.🤩 Zunächst geht es durch das Botschaftsviertel, bis wir an einer hippen Promenade landen. Hier reiht sich ein Lokal an das nächste und als die Sonne untergegangen ist, füllt sich die Wiese am Ufer schnell mit unzähligen Leuten, die sich zum Picknicken treffen. Wir suchen uns ein Restaurant aus, Essen ein paar Kleinigkeiten und trinken dazu frisch gepresste Sä fte. Mein Favorit ist der Granatapfelsaft. 🤤Danach setzen wir uns noch etwas ans Wasser und lauschen dem Meeresrauschen bevor wir uns gegen 23.00 Uhr Richtung Flughafen aufmachen. Unser Flieger geht um 4.00 Uhr morgens 😣
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